|

forschung

Studien an Biomaterialien

Studien an Biomaterialien
AlloDerm™ Regenerative Tissue Matrix
Azelluläre Hautmatrix in der Mukogingival-Chirurgie: Eine Meta-Analyse

Ricardo Gapski, Christopher Allen Parks und Hom-Lay Wang


Hintergrund:
Zahlreiche klinische Studien haben die Wirksamkeit von azellulärer Hautmatrix (Acellular Dermal Matrix, ADM) zur Behandlung mukogingivaler Defekte bestätigt. Ziel dieser Meta-Analyse war ein Vergleich der Wirksamkeit von ADM-basierten Wurzelabdeckungen (Root Coverage, RC) und Erhöhungen des keratinisierten Gewebes mit der anderer häufiger mukogingivaler Eingriffe.


Methodik:
Die Meta-Analyse war auf randomisierte klinische Studien (RCT) beschränkt. Mithilfe der MEDLINE-Datenbank der National Library of Medicine, der Specialized Trials Registry der Cochrane Oral Health Group und per manueller Suche in Reviews und kürzlich erschienenen Zeitschriften wurde nach Artikeln zum Thema ADM gesucht, die zwischen dem 1. Januar 1990 und Oktober 2004 veröffentlicht wurden. Relevante Studien wurden ausgewählt, in eine Rangfolge gebracht und die Mittelwerte entsprechend gewichtet. Mithilfe einer speziellen Meta-Analyse-Software wurden einzelne Ergebnisse ausgewertet. Die wesentlichen Schätzungen der Behandlungseffekte aus verschiedenen Studien erfolgte mittels Heterogenitätsprüfung nach Cochrane.


Ergebnisse:


  • Nur wenige randomisierte klinische Studien lieferten genügend Daten. Insgesamt erfüllten acht RCT die Einschlusskriterien. Vier dieser Studien stellten einen Vergleich zwischen ADM und Bindegewebstransplantaten zur Wurzelabdeckung an, zwei zwischen ADM und koronalen Verschiebelappen zur Wurzelabdeckung und zwei zwischen ADM und freien Gingivatransplantaten zur Erhöhung des keratinisierten Gewebes.
  • Zwischen den Gruppen gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede in Bezug auf die gemessenen Ergebnisse (Rückbildung von Rezessionen, Bildung keratinisierten Gewebes, Sondierungstiefe und klinisches Attachment).
  • Die meisten Analysen ergaben mittlere bis hohe Heterogenitäten. 4) Bezüglich der Heterogenität der Studien konnten folgende Trends festgestellt werden:
    • in drei von vier Studien wurde in der ADM-RC-Gruppe eine bessere Rückbildung von Rezessionen festgestellt
    • Bindegewebstransplantate führten tendenziell zu einer stärkeren Erhöhung des keratinisierten Gewebes als ADM (0,52 mm Unterschied; P = 0,11)
    • tendenziell wurde bei ADM im Vergleich zu Eingriffen mit koronalen Verschiebelappen ein besseres klinisches Attachment festgestellt (0,56 mm Unterschied; P = 0,16)

Schlussfolgerungen:
Aufgrund der unterschiedlichen Studiendesigns und fehlender Daten konnte keine ausreichende und vollständige Datenzusammenfassung für eine umfassendere Analyse durchgeführt werden. In Anbetracht der hier festgestellten Trends sind weitere randomisierte klinische Studien zum Vergleich von ADM und anderen häufigen mukogingivalen Eingriffe nötig, um unsere Ergebnisse zu bestätigen. Aus dieser Meta-Analyse zum Einsatz von ADM in der Mukogingival-Chirurgie können aufgrund der konzeptionellen Schwächen und der unzureichenden Dokumentation bisheriger Studien nur sehr vorsichtige Schlussfolgerungen gezogen werden.


© J Periodontol 2005;76:1814-1822.


Behandlung von Gingivarezession mit azellulärem Hauttransplantat: Betrachtung von 12 Fällen

A. Santos, G. Goumenos und A. Pascual


Hintergrund:
Zur Behandlung von Weichgewebedefekten stehen zahlreiche chirurgische Verfahren zur Verfügung. Bei den meisten Techniken werden Transplantate aus dem Gaumenbereich verwendet. Neuerdings ist jedoch ein azelluläres Hauttransplantat erhältlich, welches das palatale Spendergewebe ersetzen kann.


Methodik:
In dieser Studie werden das chirurgische Verfahren zur Weichgewebsaugmentation und Wurzelabdeckung sowie die Ergebnisse aus 12 klinischen Fällen beschrieben. Darüber hinaus werden die drei gebräuchlichsten mukogingivalchirurgischen Verfahren zur Wurzelabdeckung verglichen.


Ergebnisse:
Anhand von 12 Patienten und 26 denudierten Oberflächen konnte eine mittlere Wurzelabdeckung von 74 % durch azelluläre Hauttransplantate nachgewiesen werden. Bei 13 der 26 denudierten Oberflächen fand eine vollständige Wurzelabdeckung statt. Die Erhöhung des keratinisierten Gewebes betrug durchschnittlich 1,19 mm. In allen Fällen scheint das Behandlungsergebnis langfristig stabil zu sein.


Schlussfolgerung:
Das vorgeschlagene Verfahren zur Wurzelabdeckung mit azellulärem Hauttransplantat stellt eine gute Alternative zu Wurzelabdeckungen mit Weichgewebetransplantaten dar und sollte in das Instrumentarium der plastischen Parodontalchirurgie aufgenommen werden.


© J Periodontol 2005;76:1982-1990.


Folgeuntersuchung 2 Jahre nach einer Wurzelabdeckung unter Verwendung von Lappen aus azellulären Hautmatrix-Allograften und subepithelialen Bindegewebs-Autotransplantaten

A. Hirsch, M. Goldstein, J. Goultschin, B.D. Boyan und Z. Schwartz


Hintergrund:
Die Abdeckung von Wurzeloberflächen, die aufgrund von Gingivarezession freiliegen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der rekonstruktiven Parodontalchirurgie. Es existieren zahlreiche Verfahren für mukogingivale Transplantationen. Der Langzeiterfolg dieser Verfahren ist jedoch noch nicht endgültig geklärt. In dieser Studie wurde die Wirksamkeit von Lappen aus azellulären Hautmatrix-Allograften und von subepithelialen Bindegewebs-Autotransplantaten zum Erreichen einer Wurzelabdeckung 2 Jahre postoperativ verglichen.


Methodik:
Einhundertundeins (101) Patienten wurden mit Hautmatrix-Allograften behandelt (mittleres Alter: 28,4 ± 0,7 Jahre; mittlere Rezession: 4,2 mm), 65 Patienten wurden mit Bindegewebstransplantaten behandelt (mittleres Alter: 30,1 ± 1,4 Jahre; mittlere Rezession: 4,9 mm). Alle Patienten wurden einer Parodontaldiagnose unterzogen und präoperativ versorgt. Dazu gehörten Mundhygieneinstruktion sowie Zahnsteinentfernung und Wurzelglättung.


Die freiliegenden Wurzeln wurden nach gründlicher Glättung ohne zusätzliche Behandlung oder Konditionierung mit dem Transplantat abgedeckt. Zwischen den beiden Gruppen gab es keine Unterschiede im Hinblick auf Durchschnittsalter, Zeit der Folgeuntersuchung oder Geschlecht. Die Patienten wurden im 1. und 2. postoperativen Jahr regelmäßig untersucht. Dabei wurden verbleibende Rezession und Defektabdeckung ermittelt.


Ergebnisse:
Die mittlere verbleibende Rezession nach Wurzelabdeckung mit azellulären Hautmatrix-Allograften betrug 0,2 ± 0,04 mm bei einer Defektabdeckung von 95,9 ± 0,9 %. Die Abdeckungshäufigkeit betrug 82,2 %. Die Wurzelabdeckung betrug 98,8 % ± 0,2 %, was eine Abdeckungshäufigkeit von 100 % ergab. Die Zunahme der keratinisierten Gingiva betrug 2,2 ± 0,04 mm, der Attachmentgewinn 4.5 ± 0.1 mm pro Patient.


Bei Verwendung von Bindegewebs-Autotransplantaten betrug die mittlere verbleibende Gingivarezession 0,1 ± 0,04 mm bei einer Defektabdeckung von 97,8]} % ± 0,6]} % und einer Abdeckungshäufigkeit von 95,4]} %. Die Wurzelabdeckung betrug 99,1 % ± 0,2 %, die Abdeckungshäufigkeit 100 %. Die Zunahme der keratinisierten Gingiva betrug 3,0 ± 0,1 mm, der Attachmentgewinn 5.3 ± 0.2 mm pro Patient.


Im Hinblick auf den Endzustand der Rezession und der Wurzelabdeckung konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Methoden festgestellt werden. Autotransplantate führten jedoch zu einer signifikanten Erhöhung von Defektabdeckung, keratinisierter Gingiva, Attachmentgewinn und Sondierungstiefe. Die klinischen Ergebnisse blieben über den 2-jährigen Beobachtungszeitraum hinweg stabil.


Schlussfolgerungen:
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Wurzelabdeckung mit Lappen aus azellulären Hautmatrix-Allograften oder subepithelialen Bindegewebs-Autotransplantaten ein zuverlässiges Verfahren mit 2 Jahre postoperativ stabilem Resultat ist. Autotransplantate aus subepithelialen Bindegewebe führten jedoch zu einer signifikanten Erhöhung von Defektabdeckung, keratinisierter Gingiva, Attachmentgewinn und Sondierungstiefe.


© J Periodontol 2005;76:1323-1328.


Rekonstruktives, chirurgisches Management einer Amalgamtätowierung unter Verwendung eines azellulären Hautmatrix-Transplantats: Fallberichte

Terrence J. Griffin, Susan A. Banjar und Wai S. Cheung, DDS, MS


Abstract:
Amalgamtätowierungen auf Zahnfleisch und Mundschleimhaut stellen nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern behindern auch den Implantat-Knochen-Kontakt. Anhand zweier klinischer Fälle konnte die Effektivität azellulärer Hautmatrix-Allografte zur Behandlung solcher Läsionen nachgewiesen werden. Es konnten sehr ästhetische Ergebnisse mit minimalen Patientenbeschwerden und postoperativen Komplikationen erzielt werden, da kein zweiter chirurgischer Eingriff erforderlich war.


© Compendium 2005;26:853-859.


Vollständige Wurzelabdeckung an mehreren Zähnen unter Verwendung von azellulärem Hautmatrix-Allograft

Michael J. Mehlbauer und Henry Greenwell


Abstract:
Die Studie behandelt die Ergebnisse von Wurzelabdeckungen mit einem koronal verschobenen Lappen und einem azellulären Hautmatrix-Allograft. Es wurde nach demselben Protokoll wie in einer vorangegangenen universitären Studie verfahren, um festzustellen, ob die Ergebnisse im privaten Praxisumfeld duplizierbar waren.

Für die meisten Defekte wurde eine vollständige Wurzelabdeckung erzielt. Durch die Verwendung von azellulärem Hautmatrix-Allograft konnte die mit der Entnahme von Gaumenbindegewebe im Zusammenhang stehende postoperative Erkrankungsrate gesenkt werden. Da Allograft in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht, konnten mit größeren Lappen mehrere Zahnwurzeln abgedeckt werden, was sich in den vorliegenden Fällen als praktikable und verlässliche Methode erwies. 


© Compendium 2005;26:727-733.


Histologische Beurteilung autogener Bindegewebs- und azellulärer Hautmatrixtransplantaten beim Menschen

Lewis C. Cummings, Wayne B. Kaldahl und Edward P. Allen


Hintergrund:
Der klinische Erfolg von Wurzelabdeckungen mittels autogenem Bindegewebe (Connective Tissue, CT) oder azellulärer Hautmatrix (Acellular Dermal Matrix, ADM) ist hinreichend dokumentiert. Es liegen jedoch kaum histologische Befunde zu CT-Transplantationen vor und ein Fallbericht zur humanen Blocksektion wurde nur für ein ADM-Transplantat veröffentlicht. Ziel dieser Studie ist die Dokumentation der histologischen Ergebnisse von CT- und ADM-Transplantaten sowie von koronalen Verschiebelappen bei der Abdeckung freiliegender Zahnwurzeln beim Menschen.


Methodik:
An der Studie nahmen vier Patienten teil, bei denen zunächst die Extraktion von drei oder mehr Frontzähnen geplant war.  Bei jedem der Patienten wurden drei Zähne ausgewählt und die Wurzeln randomisiert entweder mit CT- oder ADM-Transplantaten unter einem koronalen Verschiebelappen (Testgruppe) oder nur mit koronalen Verschiebelappen (Kontrollgruppe) abgedeckt. Sechs Monate postoperativ wurden die Zähne en bloc extrahiert und für die histologische Untersuchung nach der Verhoeff-Methode mit Hämatoxylin-Eosin eingefärbt.


Ergebnisse:
Histologisch waren sowohl CT als auch ADM gut mit dem Empfängergewebe verwachsen. Die gesamte ADM wies neu gebildete Fibroblasten, vaskuläre Elemente und Kollagen auf, während die transplantierten elastischen Fasern noch deutlich sichtbar waren. Bei keinem der beiden Transplantatmaterialien konnten Auswirkungen auf die Keratinisierung oder Bindegewebsorganisation der darüber liegenden Alveolarmukosa festgestellt werden. Für beide Materialien traten in den Wurzelkerben Zementablagerungen auf, der Alveolarknochen zeigte kaum Veränderungen und auch das Attachment an den Wurzeloberflächen war ähnlich stark.


Schlussfolgerung: Obwohl zwischen CT und ADM geringfügige Unterschiede im histologischen Erscheinungsbild bestehen, können mit beiden Materialien freiliegende Wurzeln mit ähnlichem Erfolg bezüglich Attachment und ohne Beeinträchtigung der Wundheilung abgedeckt werden.


© J Periodontol 2005; 76: 178-186.


Azelluläre Hautmatrix und Hydroxylapatit zur Prävention von Kieferkammdeformationen nach Zahnentfernung

Sonia M. Luczyszyn, DDS, MS, Vula Papalexiou, DDS, MS, Arthur B. Novaes Jr., DDS, MS, DSc, Marcio F. M. Grisi, DDS, MS, DSc, Sergio L. S. Souza, DDS, MS, DSc und Mario Taba Jr., DDS, MS, DSc


Ziel dieser Studie war die Evaluierung der Rolle von azellulären Hautmatrixtransplantaten (Acellular Dermal Matrix Graft, ADMG) als Membran im Verbund mit resorbierbarem Hydroxylapatit (Resorbable Hydroxyapatite, RHA) bei der Knochenregeneration zur Prävention von Kieferkammdeformationen nach Zahnentfernung.  Fünf Patienten mit mindestens 2 zur Extraktion bestimmten, nicht nebeneinander liegenden, einwurzligen Zähnen wurden für die Studie ausgewählt. In Gruppe I wurden die Extraktionsalveolen nur mit ADMG abgedeckt, in Gruppe II wurden sie zunächst mit RHA aufgefüllt und dann mit ADMG abgedeckt.


Nach 6 Monaten wurden die Operationsstellen wiedereröffnet und Biopsien durchgeführt. Zwar konnte der Kieferkamm in beiden Gruppen erhalten werden, die mittlere Dicke war jedoch in Gruppe II deutlich größer (P <0,05) als in Gruppe I (6,8 ± 1,26 und 5,53 ± 1,06). Die histologische Auswertung ergab für einige Proben aus Gruppe II eine geringfügige Knochenneubildung sowie in vielen Fällen stark vaskularisiertes fibröses Bindegewebe um die Partikel herum.


Auf Grundlage dieser Ergebnisse kann der Schluss gezogen werden, dass ADMG zur Erhaltung der Kieferkammdicke geeignet ist und dass die zusätzliche Verwendung von RHA den Erhalt des Kieferkammes begünstigt sowie eine Zunahme des keratinisierten Gewebes zur Folge hat. 


© Implant Dent 2005;14:176-184


Hart- und Weichgewebe-Augmentation in der Implantologie mittels azellulärer Hautmatrix

Terrence J. Griffin, DMD, Wai S. Cheung, DDS, MS und Hiroshi Hirayama, DDS, DMD, MS


Die Verwendung azellulärer Hautmatrix zur Korrektur von Hart- und Weichgewebedefekten im Zusammenhang mit Implantaten wird anhand von drei Fallberichten beschrieben. Folgende Fälle werden behandelt: Korrektur einer Kieferkammdeformation infolge einer Wurzelfraktur, Abdeckung eines vorhandenen Implantats mit Korrektur von Rezessionsdefekten der benachbarten Zähne und Erhaltung des Kieferkammes zur Implantatplatzierung.


Durch die Verwendung von azellulärer Hautmatrix war kein zweiter chirurgischer Eingriff zur Gewinnung von Spendergewebe nötig, was die potenziellen postoperativen Komplikationen verringerte. Patientenkomfort und Zufriedenheit mit dem Eingriff wurden ebenfalls verbessert. Alle drei Fälle führten zu funktionellen sowie ästhetisch hervorragenden Resultaten, mit denen sowohl die Patienten als auch die an der Therapie beteiligten Ärzte zufrieden waren. 


© Int J Periodontics Restorative Dent 2004;24:352-361


Eine 6-monatige klinische Vergleichsstudie zwischen einem konventionellen und einem neuen chirurgischen Ansatz zur Wurzelabdeckung mit azellulärer Hautmatrix

Raquel R.M. Barros, Arthur B. Novaes Jr., Márcio F.M. Grisi, Sérgio L.S. Souza, Mário Taba Jr. und Daniela B. Palioto


Hintergrund:
Azelluläre Hautmatrix-Transplantate (Acellular Dermal Matrix Graft – ADMG) werden in der Parodontologie häufig als Ersatz für subepitheliale Bindegewebs-Transplantate (Subepithelial Connective Tissue Graft – SCTG) eingesetzt. Aufgrund der unterschiedlichen zellulären und vaskulären Strukturen der Transplantate verläuft auch der Heilungsprozess unterschiedlich.


Aus diesem Grund sind Operationstechniken, die primär für Autotransplantate entwickelt wurden, möglicherweise nicht für Allograftmaterial geeignet. In dieser Studie wurden die klinischen Ergebnisse zweier Operationstechniken  – des „konventionellen“ und eines modifizierten Verfahrens – zur Behandlung lokaler Gingivarezessionen mit ADMG verglichen.


Methodik:
Insgesamt wurden 32 bilaterale Gingivarezessionen der Klassen I und II nach Miller ausgewählt und randomisiert einer Test- und einer Kontrollgruppe zugewiesen. Die Kontrollgruppe wurde mit SCTG, die Testgruppe mit dem modifizierten Verfahren behandelt. 2 Wochen vor dem Eingriff und 6 Monate postoperativ wurden Sondierungstiefe (Probing Depth – PD), relatives klinisches Attachment (Relative Clinical Attachment Level – RCAL), gingivale Rezession (GR) und Breite des keratinisierten Gewebes (Keratinized Tissue – KT) ermittelt.


Ergebnisse:
Beide Verfahren führten zu einer Verbesserung aller untersuchten Parameter nach 6 Monaten. Ein Vergleich der Gruppen mittels Mann-Whitney-Rangsummentest ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede in Bezug auf CAL-Zunahme, PD-Reduktion und Zunahme des KT zwischen Ausgangszustand und der Beurteilung nach 6 Monaten. Allerdings gab es eine statistisch signifikant größere Abnahme der GR mit dem modifizierten Verfahren (P = 0,002). Der Anteil der Wurzelabdeckung lag für die Testgruppe bei 79 %, für die Kontrollgruppe bei 63,9 %.


Schlussfolgerung:
Wir folgern, dass das modifizierte Verfahren zur Wurzelabdeckung mit ADMG besser geeignet ist, da es signifikant bessere klinische Ergebnisse lieferte als die herkömmliche Technik.


© J Periodontol 2004;75:1350-1356


Koronal verschobene Lappen mit oder ohne azelluläres Hautmatrix-Transplantat zur Behandlung von Gingivarezessionen der Klasse I: Eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie

Antonieta De Queiroz Córtes, Ângela Guimarã Martins, Francisco H. Nociti Jr., Antonio Wilson Sallum, Marcio Z. Casati und Enilson A. Sallum


Hintergrund:
Ziel dieser Studie war die klinische Bewertung der Behandlung von Gingivarezessionen der Klasse I mittels koronal verschobener Lappen mit oder ohne azelluläres Hautmatrix-Allograft (Acellular Dermal Matrix Allograft – ADM).


Methodik:
Es wurden 13 Patienten mit vergleichbaren bilateralen Gingivarezessionen der Klasse I nach Miller (3,0 mm) ausgewählt. Die Defekte wurden randomisiert mit einer der beiden Behandlungsmethoden versorgt: koronal verschobener Lappen mit azellulärem Hautmatrix-Allograft (ADM-Gruppe) und koronal verschobener Lappen allein (CPF-Gruppe).


Untersucht wurden die folgenden klinischen Parameter: Sondierungstiefe (Probing Depth – PD), klinisches Attachmentlevel (Clinical Attachment Level – CAL), Rezessionstiefe (Recession Height – RH), Rezessionsbreite (Recession Width – RW), Höhe des keratinisierten Gewebes (Height of Keratinized Tissue – HKT), Stärke des keratinisierten Gewebes (Thickness of Keratinized Tissue – TKT), Plaqueindex (PI) und Gingivaindex (GI). Die Messungen wurden vor den Eingriffen und 6 Monate postoperativ vorgenommen.


Ergebnisse:
Die durchschnittliche präoperative Rezession betrug 3,4 mm für die ADM-Gruppe und 3,5 mm für die CPF-Gruppe. Nach 6 Monaten zeigte sich in beiden Gruppen eine signifikante Wurzelabdeckung (P < 0,01), die im Mittel 2,6 mm (76 %) in der ADM-Gruppe und 2,5 mm (71 %) in der CPF-Gruppe betrug.


Zwischen den beiden Verfahren gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich der Reduktion der Rezession. Auch im Hinblick auf PD, CAL, RH, RW und HKT waren die Unterschiede zwischen den Verfahren nicht statistisch signifikant. Die durchschnittliche TKT-Zunahme betrug jedoch 0,7 mm für die ADM-Gruppe und 0,2 mm für die CPF-Gruppe (P < 0,01).


Schlussfolgerung:
Es kann geschlossen werden, dass mit beiden Techniken eine gute Wurzelabdeckung von Gingivarezessionen der Klasse I erreicht wurde. Bei Verwendung von ADM ist jedoch eine stärkere Zunahme des keratinisierten Gewebes zu erwarten.


© J Periodontol 2004;75:1137-1144


Ein kurz- und langfristiger Vergleich der Wurzelabdeckung mit azellulärer Hautmatrix und subepithelialen Transplantaten

Randall J. Harris


Hintergrund:
Eine zuverlässige und ästhetische Wurzelabdeckung ist ein wichtiges Behandlungsziel. Leider liegen jedoch kaum Informationen zu Langzeitresultaten von Verfahren zur Wurzelabdeckung vor. Ziel dieser Studie war die Untersuchung der kurz- und langfristigen Ergebnisse von Wurzelabdeckungen mit azellulärer Hautmatrix und subepithelialen Transplantaten.


Methodik:
Im Vorfeld der Studie wurde eine Analyse der Teststärke durchgeführt, um festzustellen, ob eine Stichprobengröße von 25 pro Gruppe ausreichte. Fünfundzwanzig Patienten haben an der Studie teilgenommen und unterzogen sich Wurzelabdeckungen entweder mit azellulärer Hautmatrix oder mit subepithelialen Transplantaten. Die kurzfristigen (nach im Mittel 12,3 bis 13,2 Wochen) und langfristigen (nach im Mittel 48,1 bis 49,2 Monaten) Ergebnisse wurden verglichen.


Darüber hinaus wurden verschiedene andere Faktoren im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Ergebnisse untersucht. Es handelte sich um eine retrospektive Studie mit Patienten, die in einer privaten Zahnarztpraxis kostenpflichtig behandelt wurden. Die Patienten wurden nicht randomisiert den Behandlungsgruppen zugeordnet.


Ergebnisse:
Im Mittel waren die kurzfristigen Ergebnisse mit azellulärer Hautmatrix (93,4 %), die kurzfristigen Ergebnisse mit subepithelialen Transplantaten (96,6 %) und die langfristigen Ergebnisse mit subepithelialen Transplantaten (97,0 %) im Hinblick auf die Wurzelabdeckung statistisch ähnlich. Alle drei waren statistisch größer als der Mittelwert der langfristigen Wurzelabdeckung mit azellulärer Hautmatrix (65,8 %). Die Ergebnisse für die Rezessionsänderung fielen ähnlich aus.


Die Reduktion der Sondierungstiefe und die Zunahme des keratinisierten Gewebes waren für die azelluläre Hautmatrix ebenfalls geringer als für das subepitheliale Transplantat. Keiner der untersuchten Faktoren ließ auf ein statistisch signifikant besseres Ergebnis von azellulärer Hautmatrix im Vergleich zu subepithelialen Transplantaten schließen.


Allerdings war die langfristige mittlere Wurzelabdeckung in Fällen, bei denen mehrere Defekte mit azellulärer Hautmatrix behandelt wurden, größer (70,8 %) als in Fällen, bei denen nur ein Defekt mit azellulärer Hautmatrix behandelt wurde (50,0 %).


Schlussfolgerungen:
Die Ergebnisse mit subepithelialen Transplantaten waren langfristig im Mittel besser als die mit azellulärer Hautmatrix. Allerdings traf dies nicht in jedem Fall zu. In 32,0 % der Fälle, die mit azellulärer Hautmatrix behandelt wurden, verbesserten sich die Ergebnisse im Laufe der Zeit oder blieben stabil. 


© J Periodontol 2004;75:734-743


Klinischer Einfluss der Verwendung von azellulärer Hautmatrix auf Gingivastärke und Wurzelabdeckung im Vergleich zu koronal verschobenen Lappen allein

James G. Woodyard, Henry Greenwell, Margaret Hill, Connie Drisko, John M. Iasella und James Scheetz


Hintergrund:
Primäres Ziel dieser randomisierten, kontrollierten, verblindeten klinischen Studie war ein Vergleich zwischen der Verwendung eines koronal verschobenen Lappens (Coronally Positioned Flap – CPF) zusammen mit einer azellulären Hautmatrix (Acellular Dermal Matrix – ADM) und eines CPF allein und die Bestimmung des Einflusses auf Gingivastärke und Wurzelabdeckung.


Methodik:
An vierundzwanzig Testpersonen wurde je eine bukkale Gingivarezession der Klassen I oder II nach Miller von 3 mm Größe mit CPF und ADM oder CPF allein behandelt. Mehrere Rezessionen wurden mit derselben Lappentechnik behandelt und alle Operationsstellen wurden über 6 Monate hinweg beobachtet. Die Gewebestärke wurde bei allen Zähnen mittels Ultraschall-Schichtdickenmessgerät (SDM) an der Basis des Sulcus und an der Mukogingivalgrenze gemessen.


Ergebnisse:
An den ADM-Operationsstellen konnte die mittlere Rezession von anfangs 3,46 mm auf 0,04 mm reduziert werden. Die Defektabdeckung betrug 3,42 mm oder 99 % (P < 0,05).  In der CPF-Gruppe konnte die mittlere Rezession von anfangs 3,27 mm auf 1,08 mm reduziert werden. Die Defektabdeckung betrug 2,19 mm oder 67 % (P < 0,05). Der Unterschied zwischen der ADM- und der CPF-Gruppe war statistisch signifikant (P < 0,05).  Die Stärke des marginalen Weichgewebes erhöhte sich in der ADM-Gruppe um 0,40 mm (P < 0,05), in der CPF-Gruppe blieb sie im Wesentlichen unverändert.


Das keratinisierte Gewebe nahm in der ADM-Gruppe um 0,81 mm (P < 0,05), in der CPF-Gruppe um 0,33 mm zu (P > 0,05). Aufgrund des schleichenden Attachments fand in beiden Gruppen zwischen 2 und 6 Monaten keine weitere Wurzelabdeckung statt.


Schlussfolgerungen:
Durch die Behandlung mit CPF und ADM-Allograft konnte die Gingivastärke im Vergleich zur Verwendung von CPF allein signifikant erhöht werden. Die Abdeckung der Rezessionsdefekte konnte mit ADM signifikant verbessert werden. 


© J Periodontol 2004; 75:44-56


Extraktionsalveolen und die Implantation von Hydroxylapatit mit Membranbarrieren: eine histologische Untersuchung

Stuart Froum, DDS, Sang-Choon Cho, DDS, Nicolas Elian, DDS, Edwin Rosenberg, DDS, Michael Rohrer, DDS und Dennis Tarnow, DDS


Das Ziel dieser Pilotstudie bestand darin, die Wirkung auf den Heilungsprozess von Extraktionsalveolen zu untersuchen, wenn ein absorbierbares Hydroxylapatit (AH) und ein nicht-absorbierbares anorganisches bovines Knochenmineral (Anorganic Bovine Bone – ABB) entweder mit einer Membranbarriere aus einem azellulären Hautmatrix-Allograft (Acellular Dermal Matrix Allograft – ADMA) oder expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE) abgedeckt und in der Mundhöhle belassen werden. Nach Zahnentfernung wurden insgesamt 16 Alveolen in 15 Patienten mit 5 mm großen Defiziten der bukkalen Knochenplatte randomisiert in 4 Behandlungsgruppen eingeteilt:


  • AH, bedeckt mit ADMA
  • AH, bedeckt mit einer ePTFE-Membran
  • ABB, bedeckt mit ADMA
  • ABB, bedeckt mit einer ePTFE-Membran

Eine Primärabdeckung wurde für keine der 16 behandelten Alveolen angestrebt oder erreicht. Sechs bis 8 Monate nach der Extraktion wurden zum Zeitpunkt der Implantatplatzierung histologische Proben von den Behandlungsstellen entnommen. Die Proben wurden aufgearbeitet, mit einer Kombination aus Stevenel-Blaufärbung und Van-Gieson-Färbung eingefärbt und histomorphometrisch untersucht.


Die in den Proben vorhandenen Anteile an vitalem Knochen, Bindegewebe, Knochenmark und verbleibenden Transplantat-Partikeln wurden in Prozent angegeben. Der mittlere Anteil von vitalem Knochen betrug 34,5 % (AH mit ADMA), 41,7 % (ABB mit ADMA), 27,6 % (ePTFE und AH) und 17,8 % (ePTFE und ABB). Der mittlere Anteil von vitalem Knochen in den 8 mit ADAMA abgedeckten Alveolen betrug 38 %, in den 8 mit ePTFE-Membranbarrieren abgedeckten Alveolen lag er bei 22 %.


Aufgrund der geringen Anzahl von Proben in den 4 Gruppen war keine statistische Auswertung möglich. In der vorliegenden Pilotstudie war jedoch 6 bis 8 Monate nach der Alveolenauffüllung – gleich mit welchem Knochenersatzmaterial – bei Abdeckung mit ADMA die Menge an vitalem Knochen größer als bei Abdeckung mit ePTFE. Es sind weitere Forschungen gerechtfertigt, um zu prüfen, ob nach der Implantatplatzierung ein ähnlicher Unterschied beim Knochen-Implantat-Kontakt besteht.


© Implant Dent 2004;13:153-164


Wurzelabdeckung bei fortgeschrittener Gingivarezession: eine vergleichende Studie zwischen azellulärem Hautmatrix-Allograft und subepithelialen Bindegewebs-Transplantaten

Haim Tal, Ofer Moses, Ron Zohar, Haya Meir und Carlos Nemcovsky


Hintergrund:
Azelluläres Hautmatrix-Allograft (Acellular Dermal Matrix Allograft – ADM) wird in zahlreichen parodontalen Verfahren, beispielsweise bei Wurzelabdeckungen, bereits erfolgreich als Ersatz für freie Bindegewebs-Transplantate (Connective Tissue Graft – CTG) eingesetzt. Ziel dieser Studie war ein klinischer Vergleich der Wirksamkeit von ADMA und CTG bei der Behandlung von Gingivarezessionen von 4 mm.


Methodik:
Sieben Patienten mit bilateralen Rezessionen nahmen an der Studie teil. Vierzehn Zähne, die eine Gingivarezession von 4 mm aufwiesen, wurden randomisiert mit ADMA oder CTG behandelt und mit koronalen Verschiebelappen abgedeckt. Präoperativ und 12 Monate postoperativ wurden jeweils Rezession, Sondierungstiefe und Breite des keratinisierten Gewebes gemessen. Die Änderungen dieser klinischen Parameter wurden für jede Gruppe berechnet, verglichen und statistisch analysiert.


Ergebnisse:
Der Ausgangszustand in Bezug auf Rezession, Sondierungstiefe und keratinisiertes Gewebe war in beiden Gruppen ähnlich. Nach 12 Monaten hatte sich die Wurzelabdeckung bei ADMA um 4,57 mm (89,1 %) und bei CTG um 4,29 mm (88,7 %) verbessert (P = NS) und das keratinisierte Gewebe bei ADMA um 0,86 mm (36 %) und bei CTG um 2,14 mm (107 %) zugenommen (P < 0,05). Die Sondierungstiefe blieb in beiden Gruppen gleichermaßen unverändert (0,22 mm/0 mm).


Schlussfolgerungen:
Rezessionsdefekte können ohne praktischen Unterschied mit ADMA oder CTG abgedeckt werden. Die Verwendung von CTG führt jedoch zu einer signifikant größeren Zunahme der keratinisierten Gingiva. 


© J Periodontol 2002;73:1405-1411

Mem-Lok® Abstracts
Eine resorbierbare, wiederhergestellte Collagen-Membranart des Typ I für geführte Geweberegeneration und Weichgewebeaugmentation

D Yuen, C Junchaya, G Zuclich, JB Ulreich, HB Lin, ST Li


Einführung:
Es gibt mehrere Anforderungen, den eine resorbierbare Membran entsprechen muss, um sie bei der geführten Geweberegeneration (GTR) und Weichgewebe-Augmentation einsetzen zu können. Die Membran sollte resorbierbar sein, über ausreichende mechanische Festigkeit verfügen, um das Nähen der Membran an den Host zu ermöglichen und für Nährstoffe durchlässig und biokompatibel sein. Diese spezifische medizinische Anwendung definiert die technischen Daten jeder Anforderung. Wir präsentieren hier eine neue resorbierbare, wiederhergestellte Kollagenmembran des Typ I zur Verwendung bei der GTR oder als Patch bei der Weichgewebe-Augmentation. Das Ergebnis des Vergleichs zwischen dieser Membran und einer Kollagenmembran, die derzeit für GTR-Anwendungen vermarktet wird, werden außerdem besprochen.


Methodik:
Kollagenmembran: Zwei Arten der Kollagenmembran wurden aus hochreinen Typ-I-Kollagenfasern hergestellt. Die Kollagenfasern wurden in einer Säurelösung (pH-Wert 2,5) homogenisiert, gefiltert, wiederhergestellt, gefriergetrocknet, quervernetzt und durch Bestrahlung sterilisiert. Charakterisierung: Fadenstärke: Ein Seidenfaden der Größe 3-0 wurde durch die Membran geführt, 1,5 cm x 2,0 cm, bei ungefähr 3 mm Abstand von der Kante und eine Schleife wurde gebunden. Die Membran wurde in 0,01 M Phosphatbuffer, pH 7,0, während 10 Minuten hydriert. Die Schleife wurde an einem Kraftmesser (Chatillon, Greensboro, NC) angebracht und das Muster an einer Spannvorrichtung befestigt. Das Muster wurde 1 Zoll pro Minute gezogen bis der Faden entfernt war. Die Kraft wurde erfasst.


Durchlässigkeit: Die Durchlässigkeit der Membran wurde festgestellt, indem das Muster, 2,0 cm x 2,0 cm, in eine speziell geplante Kammer mit zwei isolierten, unterteilten Bereichen eingeführt wurde. In eine Seite der Kammer wurde ein festes Volumen der phosphatgepufferten Salzlösung (PBS), die 50 µg der Α-Carboanhydrasen (CA) (MW 29.000) pro ml enthält, hinzugefügt. Die gegenüberliegende Seite wurde ausschließlich mit demselben Volumen der phosphatgepufferten Salzlösung gefüllt. Die Membran in der Kammer konnte sich während 24 Stunden equilibrieren und die CA-Probe wurde nebenbei durchgeführt; zunächst ohne CA durch Coomassie, plus Probe. In-vivo Resorption-Studien: Insgesamt 11 Ratten wurden verwendet. Jeder Ratte wurde eine Membran mit 1 cm 2 subkutan implantiert. Die Tiere wurden nach 4, 8, 12 und 24 Wochen nach der Implantation getötet. Die Gewebeexplantate wurden anhand der üblichen histologischen Techniken historisch auf die verbleibende Kollagenmembran, Gewebereaktion und neue Kollagendeposition untersucht. Biokompatibilität: Biokompatibilitätstests wurden an der Kollagenmembran gemäß den FDA-Richtlinien durchgeführt.


Ergebnisse:
In Tabelle 1 sind die Profilstudien zusammengefasst, die an zwei unterschiedlichen Kollagenmembranen A und B durchgeführt und mit dem kommerziellen Produkt Biomend® verglichen wurden. Die durchschnittliche Fadenfestigkeit belief sich auf 350 g und 290 g, entsprechend bei A und B. Diese Festigkeit ist bedeutend höher als bei Biomend®. Die insgesamte Resorptionszeit wurde durch Extrapolation via Kurvenanpassung der Versuchsdaten errechnet. Die Resorptionszeit der Membranen dauerte entsprechend 27 und 18 Wochen für A und B. Beide Membranen, A und B, waren in-vivo bedeutend stabiler als Biomend®. Beide Membranen, A und B, waren für CA, das in der Größe der Porenstruktur von Biomend® entspricht, durchlässig und biokompatibel.


Diskussion:
Die Verwendung der Membran für GTR in der Oralchirurgie erfordert oft, dass die Membran für Nährstoffe durchlässig ist, jedoch nicht für Zellen, sodass die Membran als Zellenbarriere dienen kann, um die spezifische Geweberegeneration zu führen. Beide Membranen, A und B, und Biomend® können diese Funktion übernehmen. In vielen Fällen muss die Membran mit Fäden stabilisiert werden. In diesem Zusammenhang bieten Membrane A und B den Vorteil gegenüber Biomend®, dass sie eine höhere Zugfestigkeit haben. Zusätzlich hält die Stabilität der Membranen, A und B, deutlich länger an als bei Biomend®. Obwohl die Bedeutung dieses Unterschieds unbekannt ist, wäre es logisch, dass eine längere In-vivo-Festigkeit eine zusätzliche Zugkraft bietet, wenn die Membranen als Zellenbarriere eingesetzt werden. Die Eigenschaften der Membranen, A und B, bieten sich außerdem für potentielle Anwendungen als Weichgewebe-Augmentationen an, wie zum Beispiel als Reparaturmaterial bei Hernien und in der Herzchirurgie


* Bradford, M.M. Anal. Biochem. 72:248, 1976.
© Transaktionen während des sechsten Weltkongresses für Biomaterialien

MinerOss® Abstracts
Klinische und histologische Outcomes nach Verwendung eines neuartigen Allografts zur Sinus-Augmentation: Fallserie

Gustavo Avila, DDS, MS, PhD, Rodrigo Neiva, DDS, MS, Carl E. Misch, DDS, MDS, PhD(hc), Pablo Galindo-Moreno, DDS, PhD, Erika Benavides, DDS, PhD, Ivan Rudek, DDS und Hom-Lay Wang, DDS, MSD, PhD


Ziel:
Dokumentation der klinischen und histologischen Ergebnisse einer Sinus-Augmentation mit einem neuartigen allogenen Knochenersatzmaterial als Knochentransplantat.


Material:
Für die Studie wurden Patienten rekrutiert, bei denen vor der Implantatsplatzierung eine Sinus-Augmentation notwendig war. Die Sinus-Augmentation erfolgte unter Nutzung eines lateralen Ansatzes mit gefriergetrocknetem Allograft als einzigem Knochentransplantationsmaterial. Die Patienten wurden postoperativ 6 Monate nachverfolgt. Bei jeder Folgeuntersuchung wurden Plaquewert, Wundheilung und Patientenbeschwerden protokolliert. Die Implantate wurden 6 bis 7 Monate nach der Sinus-Augmentation eingesetzt und 6 Monate später versorgt. Zum Zeitpunkt der Implantatplatzierung wurden Knochenkernbiopsien entnommen und zur histologischen sowie histomorphometrischen Auswertung vorbereitet. Für jede Probe wurden die prozentualen Anteile von vitalem Knochen, verbleibenden Allograft-Partikeln (Remaining Allograft – RA) und unmineralisiertem Gewebe ermittelt. Die Ergebnisse wurden als prozentualer Mittelwert mit Standardabweichung (SD) angegeben.


Ergebnisse:


Bei 20 der 23 Patienten wurden Eingriffe zur Sinus-Augmentation vorgenommen. Bei allen Patienten fand postoperativ eine gute, komplikationsfreie Heilung statt. Insgesamt wurden 39 Implantate eingesetzt. Eines der Implantate versagte und wurde nach 3 Monaten ersetzt. Die histologische Analyse ergab gut organisierte Lamellenknochen mit direktem Kontakt zu den RA-Partikeln. Der mittlere prozentuale Anteil von vitalem Knochen lag bei 23,02 ± 19,11 %, der von verbleibendem Allograft bei 22,25 ± 20,30 % und der von unmineralisiertem Gewebe bei 54,73 ± 13,51 %. Schlussfolgerung: Klinische und histologische Befunde stützen die Eignung von Allograftmaterial aus Kortikalis- und Spongiosachips für die Sinus-Augmentation.


© Implant Dent 2010;19:330-341


Der Einfluss des bucco-palatalen Abstands auf die Outcomes von Sinus-Augmentationen

Gustavo Avila, Hom-Lay Wang, Pablo Galindo-Moreno, Carl E. Misch, Robert A. Bagramian, Ivan Rudek, Erika Benavides, Ildefonso Moreno-Riestra, Thomas Braun und Rodrigo Neiva


Hintergrund:
Die Sinus-Augmentation ist eine der zuverlässigsten Optionen zur Vorbereitung des Implantationsbereichs durch Vergrößerung der vertikalen Knochenhöhe. Zur Konsolidierung des Transplantats sind jedoch eine ausreichende Angiogenese sowie eine Migration von Zellen zur Osteogenese und zum Knochenremodelling notwendig. Es wird vermutet, dass diese biologischen Ereignisse in hohem Maße von den Ausmaßen der Kieferhöhle abhängig sind. Ziel dieser Studie ist es daher, den Einfluss des Abstands zwischen der lateralen und der medialen Kieferhöhlenwand auf die Ergebnisse einer Sinus-Augmentation zu bestimmen.


Methodik:
Die Sinus-Augmentation ist eine der zuverlässigsten Optionen zur Vorbereitung des Implantationsbereichs durch Vergrößerung der vertikalen Knochenhöhe. Zur Konsolidierung des Transplantats sind jedoch eine ausreichende Angiogenese sowie eine Migration von Zellen zur Osteogenese und zum Knochenremodelling notwendig. Es wird vermutet, dass diese biologischen Ereignisse in hohem Maße von den Ausmaßen der Kieferhöhle abhängig sind. Ziel dieser Studie ist es daher, den Einfluss des Abstands zwischen der lateralen und der medialen Kieferhöhlenwand auf die Ergebnisse einer Sinus-Augmentation zu bestimmen.


Ergebnisse:
An 21 Patienten wurden insgesamt 24 Sinus-Augmentationen durchgeführt; analysiert wurden jedoch nur die Daten eines Eingriffs pro Patient. An einer Kieferhöhle wurde nach der Transplantation eine Infektion festgestellt, somit lag die Erfolgsrate des Eingriffs bei 96 %. Zwanzig Kieferhöhlen gingen in die abschließende statistische Analyse ein. Laut histomorphometrischer Analyse lag der mittlere Anteil vitaler Knochenmasse bei 22,71 ± 19,08 %, der Anteil verbleibenden Allografts bei 23,39 ± 20,85 % und der Anteil unmineralisierten Bindegewebes bei 53,90 ± 13,23 %. Eine Analyse der Korrelation zwischen dem Anteil an vitalem Knochen (VB) und dem buccopalatalen Abstand (BPD) mittels linearer Regression unter Verwendung der tatsächlichen Werte des BPD ergab eine deutliche negative Assoziation (R2=0,141; P<0,001).


Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass der Anteil von VB nach einer Sinus-Augmentation umgekehrt proportional zum BPD der Kieferhöhle ist.


© J Periodontol 2010:81:1041-1050


Histologische, histomorphometrische und röntgenologische Auswertung einer Sinusaugmentation mit neuartigem Knochen-Allograft: ein klinischer Fallbericht

Ricardo Gapski, BDS, DDS, MS, Carl Misch, DDS, MS, PhD, David Stapleton, DDS, Stephanie Mullins, DDS, MS, Charles Cobb, DDS, MS, PhD, Asvin Vansanthan, DDS, MS und Marc Reissner, DDS


Ziel:
In diesem Fallbericht werden die histologischen, histomorphometrischen und röntgenologischen Wirkungen von strahlungskonserviertem Allograft zur Kieferkammerhöhung dokumentiert.


Material und Methodik:
Dieser einzigartige Knochenersatz unterscheidet sich stark von anderen Formen von Knochen-Allograft, die mit der herkömmlichen Methode der Kryokonservierung bearbeitet werden. Die histologische Auswertung von Knochenbiopsien zeigte allgemein neu gebildeten Knochen mit einer gut organisierten Lamellenstruktur und verbliebene Partikel in Kontakt mit dem umgebenen neu gebildeten Knochen.


Ergebnisse:
±6,77 % Transplantatresorption nach 6 Monaten gegenüber Baseline.


Schlussfolgerungen:
Das Ergebnis dieses Berichts lässt vermuten, dass das Allograftmaterial für Sinusliftoperationen geeignet ist. Es bestärkt die weitergehende Erforschung von strahlungskonserviertem Allograftmaterial in der oralen und maxillofazialen Rekonstruktionschirurgie.


© Implant Dent 2008;17:430-438


Grafton® DBM-Abstracts
Klinische und histologische Evaluation einer allogenen Knochenmatrix zur Behandlung von parodontalen Knochendefekten

James T. Mellonig, DDS, MS


Ziel dieser Studie war die Evaluation des Potenzials von Allogenic Bone Matrix Grafton® (ABM, allogene Knochenmatrix) zur Regeneration von neuem Knochen, neuem Zement und einem neuen parodontalen Ligament um Zähne, die mit bakterieller Plaque infiziert waren. Es wurden vier Patienten mit chronischer, fortgeschrittener Parodontitis und geplanter Extraktion aller Zähne ausgewählt. Ein Patient wurde noch vor Behandlungsbeginn von der Studie ausgeschlossen. Bei jedem Patienten wurde ein Zahn mit einem intraossären Defekt für die Behandlung ausgewählt.


In klinischen Untersuchungen wurden die Sondierungstiefe, die gingivale Rezession und das klinische Attachment gemessen. Nach der Aufklappung wurde am Apikal-Niveau des Zahnsteins eine Kerbe gemacht, die Wurzel wurde debridiert und ABM wurde in den Defekt eingebracht. Nach 6 Monaten Heilzeit wurden die Zähne im Ganzen entnommen und histologisch auf den neu gebildeten Zahnhalteapparat hin ausgewertet. Zwei der drei Zähne wiesen eine Regeneration von neuem Knochen, Zement und parodontalem Ligament auf.


Zur Veröffentlichung angenommen: International Journal of Periodontics and Restorative Dentistry 2006


Osteoinduktivität handelsüblicher demineralisierter Knochenmatrix-Präparate bei Wirbelfusionen

Peterson, Brett, MD; Whang, Peter, MD; Inglesias, Robero, MD; Wang, Jeff, MD und Lieberman, Jay, MD


Hintergrund:
Neben autogenem Knochen, dem am weitesten verbreiteten Knochentransplantat, stehen für die Wirbelfusion ergänzend oder ersatzweise auch demineralisierte Knochenmatrix-Präparate zur Verfügung. Bei der Herstellung werden im Säureextraktionsverfahren die mineralisierten Bestandteile größtenteils ausgelöst, wobei Kollagen und nicht-kollagene Proteine wie Wachstumsfaktoren erhalten bleiben.


Aufgrund unterschiedlicher Herstellungsmethoden der Anbieter können die Produkte Unterschiede in der Osteoinduktivitätsaktivität aufweisen. Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit drei verschiedener handelsüblicher demineralisierter Knochenmatrix-Präparate zur Induktion einer Wirbelfusion in einem Versuch mit athymischen Ratten zu vergleichen.


Methodik:
Sechzig männliche athymische Ratten wurden in drei Gruppen zu je 18 Tieren eingeteilt und einer Wirbelfusion unterzogen. Gruppe I erhielt Grafton Putty, Gruppe II DBX Putty und Gruppe Ill AlloMatrix Injectable Putty. Eine Kontrollgruppe von sechs Tieren (Gruppe IV) wurde lediglich einer Dekortikation unterzogen.


Aus den Versuchsgruppen wurden nach drei Intervallen (nach zwei, vier und acht Wochen) je sechs Tiere getötet, die sechs Tiere aus der Kontrollgruppe wurden nach acht Wochen getötet. Zu jedem dieser Zeitpunkte wurden die explantierten Wirbelsäulen jeweils röntgenologisch, histologisch und manuell untersucht.


Ergebnisse:
Nach acht Wochen wiesen die Wirbelsäulen aus Gruppe I einen höheren röntgenologisch feststellbaren Fusionsgrad auf als die Wirbelsäulen aus den Gruppen III und IV (p < 0,05). Die manuellen Tests nach vier Wochen ergaben unterschiedliche Fusionsgrade (fünf von sechs in Gruppe I, zwei von sechs in Gruppe II, null von sechs in Gruppe III). Nach acht Wochen wiesen alle sechs Wirbelsäulen aus Gruppe I, drei von sechs aus Gruppe II und keine Wirbelsäule aus den Gruppen III und IV eine Fusion auf. Die histologische Auswertung der Wirbelsäulen aus den Gruppen I, II und III ergab unterschiedliche Mengen von verbliebener demineralisierter Knochenmatrix und neu gebildetem Knochen. Die Wirbelsäulen aus Gruppe 1 wiesen den höchsten Anteil an neu gebildetem Knochen auf.


Schlussfolgerungen:
Im Rahmen der Studie konnte im Tierversuch nachgewiesen werden, dass die verschiedenen handelsüblichen demineralisierten Knochenmatrix-Präparate unterschiedliche Osteoinduktivitätsraten aufweisen.


Klinische Relevanz:
Klinische Vergleichstests demineralisierter Knochenmatrix-Präparate sind notwendig, um festzustellen, welche am besten für Wirbelfusionen beim Menschen geeignet sind.


© The Journal of Bone and Joint Surgery. 2004;86-A:2243-2250


Vergleichender Review der Osteoinduktivität von vier verschiedenen demineralisierten allogenen Knochenmatrix-Präparaten

Bei korrekter Verarbeitung bietet demineralisierte Knochenmatrix (Demineralized Bone Matrix – DBM) als Transplantatmaterial den Vorteil von zwei Heilungsmechanismen. Erstens bildet das DBM-Allograft eine geeignete Matrix, die von Zellen durchdrungen, besiedelt und durch „osteokonduktive“ Heilung in neues Knochenmaterial umgewandelt wird.


Darüber hinaus kann DBM durch „osteoinduktive“ Prozesse zur Heilung beitragen. Hierbei werden mesenchymale Zellen durch natürliche bioaktive Moleküle zur Differenzierung zu knochenbildenden Zellen angeregt. Die Demineralisierung ist ein notwendiger Prozess zur Herstellung von Allograftmaterial mit osteoinduktiven Eigenschaften. Allerdings liefern nicht alle Demineralisierungsverfahren effektiv oder durchgehend osteoinduktive Allografte. Einige Methoden der Gewebeverarbeitung können sowohl das Vorliegen als auch die Dauerhaftigkeit der osteoinduktiven Eigenschaften des demineralisierten Endprodukts beeinträchtigen.


Dieses Review untersucht die Osteoinduktivität von vier DBM-Präparaten von humanen Spendern aus drei gewebeverarbeitenden Betrieben. In diesen Studien wurde ein gut beschriebenes Modell mit athymischen Ratten verwendet, um das osteoinduktive Potential von Osteofil® (Regeneration Technologies Inc., Alachua, USA), Dynagraft® (GenSci Regeneration Sciences Inc., Toronto, Kanada) und Grafton® DBM (Osteotech Inc., Eatontown, USA) zu vergleichen.


Grafton zeigte als Putty ebenso wie in Gelform durchweg eine starke osteoinduktive Reaktion über den erwarteten Verlauf der endochronalen Knochenbildung. Osteofil dagegen zeigte zwar ebenfalls osteoinduktive Aktivität, bildete jedoch weniger Knorpelgewebe (14 Tage) und Knochen (28 Tage) als die gleiche Menge Grafton. DynaGraft zeigte keine gleichmäßige Osteoinduktion. Im Tiermodell wurde gezeigt, dass sich ein Material, das keine Knochenneubildung auslöst, negativ auf den Heilungsprozess auswirkt. Ein Material, das eine osteoinduktive Reaktion hervorruft, liefert mit höherer Wahrscheinlichkeit zufriedenstellende klinische Ergebnisse.


© University of Texas of San Antonio, San Antonio, Texas und The Cleveland Clinic Foundation, Cleveland, Ohio


Gewebebanken zur Aufbewahrung von Knochenallografts für die Zahnfleischregeneration

Committee on Research, Science and Therapy der American Academy of Periodontology


Dieses Review beurteilte den aktuellen Kenntnisstand in Bezug auf Sicherheit und Wirksamkeit von Knochenallograftmaterialien wie demineralisiertem, gefriergetrocknetem Knochenallograft (Demineralized Freeze-Dried Bone Allograft, DFDBA). Knochenallograft wird bereits heute in der klinischen Praxis eingesetzt und ist vor allem in der Parodontaltherapie weit verbreitet. Die meisten Knochenbanken arbeiten im Hinblick auf Beschaffung, Verarbeitung und Sterilisierung von Knochentransplantaten nach den Richtlinien der American Association of Tissue Banks (AATB). Bisher gab es keine Berichte über virale Kontamination oder sonstige durch DFDBA erworbene Pathologien. Es scheint also kein Risiko einer Krankheitsübertragung durch DFDBA zu bestehen.


Die Ergebnisse der Anwendung von DFDBA hängen laut klinischen Berichten stark von den unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden der Knochentransplantate ab. Faktoren wie eine abschließende Sterilisierung des Knochenallografts, die Verarbeitungsmethoden sowie das Alter des Spenders beeinflussen die Osteoinduktivität von DFDBA.


Die einzige Möglichkeit zur Ermittlung der Osteoinduktivität ist die Implantation des DFDBA in Gewebe, das ansonsten keinen Knochen bilden könnte – beispielsweise in den Muskel einer immundefizienten Ratte oder Maus. Danach muss in einer quantitativen histologischen Untersuchung festgestellt werden, wie viel neues Knochenmaterial durch die Implantation des DFDBA gebildet wurde. In-vitro-Untersuchungen zur Osteoinduktivität sind nur sehr bedingt aussagekräftig. 


© J Periodontol 2001;72:834-838.


Prospektiver Vergleich von handelsüblichen demineralisierten Knochenmatrix-Präparaten zur Induktion einer Wirbelfusion

Wang, J.C., Davies, M.R., Kanim, L.E.A., Ukatu, C.J., Dawson, E.G., Lieberman, J.R. und UCLA School of Medicine


Demineralisierte Knochenmatrix von humanen Spendern kann nachweislich zur Stimulation einer osteoinduktiven Reaktion und damit zu einer Verbesserung von Knochenwachstum und -fusion beitragen. Die vorliegende Studie stellt den ersten unter kontrollierten Bedingungen durchgeführten prospektiven Test zum Vergleich der osteoinduktiven Eigenschaften dreier handelsüblicher demineralisierter Knochenmatrix-Präparate bei Wirbelfusionen dar.


Einzig Osteofil und Grafton® wiesen nach 6 bzw. 4 Wochen in manuellen, röntgenologischen und histologischen Untersuchungen eine posterolaterale Fusion auf – nicht so Dynagraft, humane Kortikalis und autogenes Knochenmaterial aus dem Darmbein von Ratten.


© Orthopaedic Research Society. 2001.


Histologische Analyse von Implantatstellen nach Transplantation mit demineralisierter Knochenmatrix-Putty und -Blättern

Callan, D.P., Salkeld, S.L. und Scarborough, N.L.


Knochentransplantationen zur Wiederherstellung des Alveolarknochens werden häufig durchgeführt, um die Platzierung von enossalen Implantaten und damit bessere kosmetische Ergebnisse zu erreichen. Aufgrund widersprüchlicher Forschungsberichte zur Osteoinduktivität von demineralisierter Knochenmatrix (Demineralized Bone Matrix, DBM) und dem seit Langem üblichen Einsatz von synthetischem Knochenersatzmaterial findet DBM in der Mund-, Kiefer- und Gesichtsrekonstruktionschirurgie kaum Anwendung. Die Implantatplatzierung nach Knochentransplantation bietet eine einmalige Gelegenheit zur Biopsie und histologischen Auswertung des neu gebildeten Knochens.


Knochentransplantationen wurden bei acht konsekutiven Patienten durchgeführt, um Extraktionsalveolen im Ober- und Unterkiefer zu füllen und den Kieferkamm wiederherzustellen. Hierfür wurde DBM in Form von formbarem Putty (Grafton DBM Putty) oder flexiblen Blättchen (Grafton DBM Flex) verwendet.


Bei der Wiedereröffnung wurden Biopsien durchgeführt und in histologischen Untersuchungen Menge und Qualität des regenerierten Knochens ermittelt. Durchschnittlich fünf Monate postoperativ wurde eine umfassende Knochenneubildung bei minimaler verbleibender Knochenmatrix festgestellt. Reife und Remodelling des neu gebildeten Knochens waren vom Patienten und der Zeit in situ abhängig. Sowohl mit Putty als auch mit Flex konnte der Knochen in Höhe und Breite für die Platzierung von Dentalimplantaten aufgebaut werden. Darüber hinaus waren sie intraoperativ leicht zu handhaben und passten sich den Knochendefekten gut an. 


© Implant Dentistry, 9:36-42, 2000.


Erste Erfolge von nicht-autologen Implantaten zur Sinus-Augmentation

Neugarten, J.M.


Ziel dieser Studie war es, den Erfolg einer Sinus-Augmentation mit Allograft- und Xenograftmaterial sowie die Belastbarkeit von sofort oder später in die restaurierte Kieferhöhle eingesetzten enossalen Implantaten zu bewerten. Zwölf Kieferhöhlen wurden mit einer Mischung aus Xenograft-Spongiosa (Bio-Oss) und demineralisiertem gefriergetrocknetem Allograft (Grafton) aufgebaut.  Insgesamt wurden 41 Implantate in die so aufgebauten Kieferhöhlen eingesetzt.


Zum Zeitpunkt der Implantatplatzierung wurden Knochenproben genommen. Alle 12 Sinuslifts verliefen erfolgreich.  Die Erfolgsquote der in die restaurierten Kieferhöhlen eingesetzten enossalen Implantate betrug insgesamt 93 %. In den Biopsien konnten aktive Osteoblasten sowie neu gebildetes, reifes Knochenmaterial im Transplantat histologisch nachgewiesen werden.


© Oral Abstract Session 11: Reconstruction / Implants, AAOMS 2000


Osteogene Aktivität von OP-1 Bone Morphogenetic Protein (BMP-7) in einem Fibulardefekt beim Menschen

Geesink, R.G.T., Hoefnagels N.H.M. und Bulstra, S.K.


An der vorliegenden prospektiven, randomisierten Doppelblind-Studie nahmen 24 Patienten teil, die sich einer hohen tibialen Osteotomie unterzogen. Diese diente der Bewertung der Wirksamkeit von humanen rekombinanten Knochenwachstumsfaktoren (OP-1) auf Zellträgermaterial aus Kollagen-Typ-1 in einem Fibulardefekt kritischer Größe. Die Studie umfasste zwei Phasen, in denen jeweils im ersten postoperativen Jahr klinische, radiologische und DXA-Untersuchungen zur Bestimmung der Knochendichte durchgeführt wurden.


In der ersten Phase wurde mittels positiver (Grafton DBM) und negativer (unbehandelter) Kontrollgruppen das Ausmaß des Fibulardefekts bestimmt. In der zweiten Phase wurde das osteogene Potenzial von OP-1 auf Kollagen-Typ-I gegenüber Kollagen-Typ-I allein betrachtet.


In der ersten Phase wurde die kritische Größe des Defekts festgestellt. Bei der unbehandelten Gruppe wurden keinerlei Veränderungen festgestellt, während bei der mit Grafton DBM behandelten Gruppe bereits nach sechs Wochen eine Knochenneubildung auftrat. Die zweite Phase ergab, dass bei Vorhandensein von Kollagen allein keine signifikante Knochenneubildung stattfand, während in der OP-1-Gruppe bei allen bis auf einen Patienten nach sechs Wochen die Knochenneubildung einsetzte. Somit konnte die osteogene Aktivität von OP-1 in einem Defekt kritischer Größe am Menschen nachgewiesen werden.


© The Journal of Bone & Joint Surgery, 81-B:710-718, 1999.


Neue Formen von demineralisierten Knochenmatrix-Präparaten als effektivere experimentelle Alternative zur posterolateralen Lendenwirbelsäulenversteifung

Martin Jr., G.J., Boden, S.D., Titus, L. und Scarborough, N.L.


Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit zweier neuer Formen von demineralisierter Knochenmatrix im Tiermodell zu prüfen. Die fließfähige Gelform der demineralisierten Knochenmatrix Grafton (Osteotech, Eatontown, NJ) besitzt nachweislich osteoinduktive Eigenschaften und wird bereits als Knochentransplantat zur posterolateralen Lendenwirbelsäulenversteifung eingesetzt.


Zwei neue Formen von Grafton, zum einen flexible Platten (Flex), zum anderen formbarer Kitt (Putty), lassen sich im Vergleich zum Gel besser handhaben.


An 108 skelettal voll entwickelten weißen Neuseeländerkaninchen wurden osterolaterale intertransversale Versteifungen mittels Knochentransplantaten aus Kortikalis- und Spongiosachips aus dem Darmbein und/oder demineralisierter Knochenmatrix verschiedener Formen vorgenommen. Die neuen flexiblen Blättchen sowie das formbare Putty erwiesen sich als Füllstoff sowie als Verstärkung des Knochentransplantats zur posterolateralen Lendenwirbelsäulenversteifung an einem gut beschriebenen Kaninchenmodell als geeignet.


Sowohl das formbare Putty als auch die Blättchen konnten als kompletter Transplantatersatz verwendet werden, wobei die letztere Form sich für die Wirbelfusion am Tiermodell als besser geeignet erwies. Am Kaninchen schienen die neuen Formen von Grafton bessere osteokonduktive Eigenschaften zu haben als die herkömmliche Gelform oder autogene Knochentransplantate allein.


© Spine, 24:637-645, 1999.


Sicherheit von Allograft-Transplantaten: Virus-Inaktivierung durch Knochendemineralisierung

Scarborough, N.L., White, E.M., Hughes, J.V., Manrique, A.J. und Poser, J.W.


Es wurde eine Studie zur Prüfung der Effektivität von Knochendemineralisierung zur Virus-Inaktivierung durchgeführt. Zu den untersuchten Viren zählten Human-Immunschwäche-Virus (HIV), Enten-Hepatitis-B-Virus (ein Modell für menschliche Hepatitis B), Rinder-Diarrhoe-Virus (ein Modell für menschliches Hepatitis C), humanes Cytomegalievirus und humanes Poliovirus (ein Modell für kleine, unbehüllte Viren wie z. B. Hepatitis A).


Die Studie wurde unter Einhaltung der Grundsätze der Guten Laborpraxis durchgeführt, die Validierung erfolgte nach einer ähnlichen Methode wie die Sicherheitsprüfung von Blutderivaten und sonstigen Produkten. Durch das in diesem Bericht beschriebene Demineralisierungsverfahren konnte die Infektiosität aller Viren um mehr als eine Million (106) und die des Poliovirus sogar um eine Trillion (1012) reduziert werden. 


© Contemporary Orthopaedics, 31:4, 1995.


Knocheninduktion durch demineralisiertes Knochenmatrix-Gel: Untersuchung an einem Rattenmodell mit Femurdefekt

Feighan, J.E., Davy, D., Prewett, A.B. und Stevenson, S.


Demineralisierte Knochenmatrix enthält osteoinduktive Faktoren und stimuliert die Auffüllung von Knochenhohlräumen und -defekten. Die Handhabung der Matrix allein gestaltet sich jedoch schwierig, weshalb verschiedene Präparate getestet wurden. Demineralisierte Knochenmatrix in Gelform ist mittlerweile für den klinischen Gebrauch erhältlich. Anhand eines Femursegmentdefekts der Ratte wurde die Wirkung des demineralisierten Knochenmatrix-Gels mit und ohne keramisches Substrat untersucht.


Das Präparat wurde analog zur humanen demineralisierten Knochenmatrix hergestellt und es wurde dasselbe Trägermaterial wie beim Menschen verwendet.


Einhundert adulte, männliche Fischer-Ratten wurden in 10 Versuchsgruppen eingeteilt. Als unabhängige Variablen wurden das Vorhandensein bzw. Fehlen von Zylindern aus Hydroxylapatitkeramik, das Vorhandensein von demineralisierter Knochenmatrix auf Trägermaterial oder des Trägermaterials (Glycerin) allein sowie die Beobachtungsdauer (1, 2 und 4 Monate) gewählt. Defekte, die mit dem Gel allein aufgefüllt wurden, zeigten nach 4 Monaten signifikant höhere Röntgen-Scores für eine Verbindung zwischen Transplantat und Wirt als die mit einer Mischung aus Keramik und Gel, nur Keramik oder nur mit Trägermaterial aufgefüllten Defekte.


Die Verwendung des demineralisierten Knochenmatrix-Gels mit oder ohne Keramik erhöhte den histologischen Gesamt-Score für die Verbindung zwischen Transplantat und Wirt und es bestand eine dreifache Wechselwirkung zwischen Keramik, Gel und Zeit. In diesem Modell wirkte das demineralisierte Knochenmatrix-Gel als effektiver Knocheninduktor.


Es wurde kein zusätzliches Substrat benötigt; tatsächlich wurde bei Fehlen des keramischen Zylinders signifikant mehr Knochenmasse gebildet. Weder das Gel noch das keramische Material behinderten eine Revaskularisation des Defekts. Die Verbindung zwischen Transplantat und Wirt wurde durch das demineralisierte Knochenmatrix-Gel, nicht aber durch den keramischen Zylinder verbessert. 


© Journal of Orthopaedic Research, 13:881-891,1995.